
Schweißgebadet wache ich auf. Mir wird heiß. Mir wird kalt. Heiß. Kalt. Merkwürdiges Kribbeln, sowie ein unangenehmer Bewegungsdrang durchfluten meinen Körper.
„Die Uhr ist zu laut, ich halte es nicht aus.“, sage ich. Hannes hängt die leise tickende Uhr ab. Schnell bringt er sie ins Nachbarzimmer. „Mama, Mama!“, ruft meine kleine Tochter, die neben mir liegt. Sie kuschelt sich enger an mich. Ich drehe mich weg. Ich halte mir die Ohren zu. Das ist alles zu laut. Zu nah. Zu viel. Sie schreit. Hannes versucht sie zu beruhigen. Mir geht es elendig. Die Nacht ist kurz.
Dabei hatte der Tag so normal begonnen. Es war ein stressiger Tag. Viel los in der Praxis. Ich war stolz auf mich schon einen der ersten Therapefortsetzungsanträge nach der Elternzeit angefangen zu haben und ließ mir Badewasser ein. Ganz heiß. So, dass ich ins Schwitzen komme. Tat mir immer sehr gut. „Viel zu heiß!“, sagte Hannes immer. Oft hatte ich Kreislaufprobleme danach, aber wenigstens weniger Nervenschmerzen.
Ich machte einfach weiter, ich kannte es schon, dass mich merkwürdige Symptome heimsuchten. Es wurde zwar immer mehr, aber niemand fand eine Erklärung. Deshalb ging ich schon lange nicht mehr zum Arzt.
Wie gern würde ich die Zeit zurückdrehen, das was dann geschah nicht mehr erleben. Mein altes Leben weiterleben. Mit heißen Bädern und Nervenschmerzen. Mit weitgehend ungestörten Nächten, zufrieden eingekuschelt im Familienbett. Mit meiner Praxis nach der Elternzeit und den PatientInnen, die auf mich warteten.
Wir hatten Urlaub gebucht. Anderthalb Wochen Bornholm, eine dänische Insel. Ich hatte das Haus ausgesucht. Ein großes für mehrere Familien mitten in den Dünen. Vielleicht wären Freunde mitgekommen. Am Strand mit unserer kleinen Tochter im Sand buddeln. Ausflüge machen. Abends die Sauna im Haus genießen. Es war gerade alles perfekt! Bis zu dieser Nacht die meinen Absturz einläutete.
Kennt ihr diese Gedanken? Das Bedürfnis, ins alte Leben zurückzukehren und einfach weiterzumachen?
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Eine Antwort zu “Der Moment, in dem alles begann”
[…] es dann weiterging, kannst du in meinem Beitrag „Der Moment, in dem alles begann“ […]
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