
CN: schwerer Krankheitsverlauf
Jeder Morgen der Blick auf das Handy. Die Nächte sind ok. Die Werte – immer schlechter. Sobald ich wach bin, fängt mein Herz an zu rasen, als wollte es aus meiner Brust springen. Der Puls ist mittlerweile über 100 – trotz Herzmedikamente.
Lautlos liege ich in der Dunkelheit. Wie eine sanfte Decke legt sie sich auf das „Leben“, was ich noch hatte. Ich nehme mein Handy, lege es wieder weg, nehme es wieder. Meine Tochter sehe ich 20 Minuten am Tag. Eigentlich ist alles viel zu viel. Doch die absolute Dunkelheit und Stille erinnert mich an eine Zeit, in der es nur noch einen Weg gab: Abschied.
Was ist passiert? Medikamente, die wie Wundermittel waren, haben ihre Wirkung verloren. Eine Hypothese. Nun die Suche nach Alternativen.
Macht euch keine Sorgen. Ich bleibe – irgendwie. Ich bin müde von Kämpfen, vom Bangen und vom Hoffen. Lasse mich treiben von einer Akzeptanz, die in mir aufblüht. Warte trotzdem geduldig auf das Ufer, das sie für mich bereithält. Ein Frieden, der mich in dieser Zeit voller Angst umgibt. Was bleibt ist diese Gleichzeitigkeit, die viele schwerer Betroffene kennen: ich lebe und hoffe und kämpfe – und überlege welches Lied zu meiner Beerdigung passt. Aber vorerst bleibe ich, weil ich bleiben will. Und ich hoffe – denn das ist im Moment die bessere Wahl.
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