
Alle Tage. Ereignislos.
Der Herbst hat sich durchgekämpft.
Äste trommeln im Wind gegen Fenster oder Autos. Starke Böen zwischendurch – wie Paukenschläge.
Das Leben geht weiter.
Nicht für mich.
Ich schlafe.
Zehn Uhr vormittags. Ich schlafe weiter. Dreizehn Uhr. Medikamente.
Andere waren schon einkaufen oder spazieren.
Fünfzehn Uhr. Ich schlafe immer noch. Siebzehn Uhr. Die erste Mahlzeit.
Alle Tage. Ereignislos.
Mein Mann auf Konzerten.
Ausflüge mit unserer Tochter.
Meine Große in Kopenhagen oder Hamburg. Nächstes Jahr in New York.
Meine Schwester frisch verliebt.
Ihre Jungs schon so groß.
Das Leben geht weiter.
Nicht für mich.
Ich mache Winterschlaf.
Als wäre es bald vorbei.
Als könnte ich die Krankheit verschlafen. Um im Frühling gesund zu erwachen. Strahlen und Blühen.
Die dunklen Zeiten wären vorbei.
Aber es bleibt beim Winterschlaf.
Auch im Frühling.
Und im Sommer.
Das Leben geht weiter.
Nicht für mich.
Kennst du das Gefühl, wenn das Leben draußen weitergeht –
und du einfach nicht mehr mitkommst?
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Eine Antwort zu “Winterschlaf”
Ich wünsche mir so sehr, dass du dich bis zum Frühling gesund schlafen könntest. Wenn es nur so einfach wäre. Bei mir läuft es auf Sparflamme, ein Infekt folgt auf den nächsten in Dauerschleife und ich frage mich, ob ich aus der Nummer je wieder rauskomme. Schicke eine dicke Umarmung.
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